CO2-Fußabdruck für Produkte | Magazin

23.07.2013, 11:06

CO2-Fußabdruck für Produkte

Der CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint) berechnet die Menge an Kohlendioxid-Emissionen, die durch den Energieaufwand von Personen, Ländern, Materialgewinnung, Produkten, Dienstleistungen und andere Handlungen unseres Alltags verursacht werden.  

Er basiert auf dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks, das im Jahr 1994 von Mathis Wackernagel und William E. Rees entwickelt wurde. Da der CO2-Fußabdruck ein nachvollziehbares Mittel zur vergleichenden Ermittlung von Klimaauswirkungen darstellt, hat er in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen.

Leider fehlt noch immer eine international anerkannte Definition des CO2-Fußabdrucks. Zwar werden internationale Standards beispielsweise bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Produkten angestrebt, doch durch die Komplexität  und unterschiedliche Rechenmodelle reicht die Definitionsbreite von direkten Kohlendioxid-Emissionen über zusätzliche Methan-Emissionen bis hin zu der Einbeziehung aller Treibhausgase. Von der Berechnung bleiben aber Schädigungen wie Luftschadstoffemissionen, Ressourcenbedarf oder Nährstoffeintrag unberücksichtigt. Daher wird nahegelegt, statt einer reinen CO2- oder Treibhausgasbilanz die gesamte Ökobilanz der Handlungen zu berechnen.

Product Carbon Footprint (PCF)

Die Ermittlung des Product Carbon Footprint ist ein Instrument des Ecodesigns und kann für den gesamten Lebenszyklus eines Objektes, d.h. von der Herstellung, über Gewinnung und Transport von Rohstoffen, Produktion und Vertrieb, Nutzung und Wiederverwertung bis hin zur Entsorgung von Produkten durchgeführt werden. Die Methode unterstützt Designer und Unternehmen dabei, Transparenz in der Wertschöpfungskette zu schaffen und ein Bewusstsein für Treibhausgasemissionen entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu entwickeln.

Für Designer und Unternehmen ist es sinnvoll sich frühzeitig mit dem Product Carbon Footprint auseinanderzusetzen, um sinnvolle Möglichkeiten zu Rohstoff-, Emissions- und Konstenreduktion zu identifizieren sowie die Optimierung der Klimabilanz und deren Kommunikation zu evaluieren. Sollen weitreichende Entscheidungen zur Optimierung der Nachhaltigkeitsperformance von Produkten getroffen werden, müssen  auch die anderen in der Öko- und Nachhaltigkeitsbilanz relevanten Umweltwirkungen mitberücksichtigt werden, z.B. der Verbrauch von nichterneuerbaren Ressourcen und Wasser sowie die Abfallproduktion

Für Designer und Unternehmen gibt es verschiedene Methoden und Tools, die eine Evaluierung des PCF ermöglicht.

Ecodesign+

Die Software Ecodesign+ richtet sich an Designer und Unternehmen und nutzt die vorhandenen CAD-Daten, die bei der Entwicklung eines Produktes erstellt werden und berechnet daraus unter Einbeziehung des Produktlebenszyklus seine Umweltauswirkungen. Evaluiert werden Daten zu Material, Herstellung, Vertrieb, Nutzung, Wiederverwertung und Recycling. Die Software gibt nach jedem Eintrag ein Echtzteit-Feedback. Es besteht auch die Möglichkeit, einen vergleichenden CO2-Fußabdruck mit anderen Produkten zu erstellen.

GaBi

GaBi ist eine Software zur Analyse von Produkten und Produktionsprozessen in Unternehmen mit Hilfe einer Ökobilanz zur Erstellung des Product Carbon Footprint. Dabei werden produktspezifische Primärdaten ebenso in die Analyse einbezogen wie Sekundärdaten zu Treibhausgasemissionen aus der GaBi-Datenbank. In einem weiteren Schritt assistiert GaBi bei der Entwicklung neuer Lösungsansätze für die Herstellung CO2-neutraler Produkte. Mehr

LCA Calculator

Die Analyse Software LCA Calculator richtet sich explizit an Designer und Unternehmen, um die umweltbedingten Auswirkungen eines Produktes zu verstehen, zu analysieren und zu vergleichen. Das leicht zu handhabende Tool soll intuitiv bedienbar den CO2-Fußabdruck eines Produktes im Zusammenhang mit seiner Ökobilanz berechnen und damit die Entwicklung von zukunftsfähigen Produkten erleichtern. Mehr

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