Future Green | Magazin

01.10.2013, 15:00

Future Green

„Was ist nachhaltiges Design?“ Der erste Satz aus der Einleitung der Publikation future green – Architektur und Design für eine bessere Zukunft, wirkt erst einmal etwas befremdend, werden doch im Folgenden innovative Projekte vorgestellt, „die sich auf allen Ebenen um Nachhaltigkeit bemühen “. Doch die Frage bringt die Problematik gegenwärtiger  Nachhaltigkeitsbemühungen auf den Punkt.

Zu einem der wichtigsten Schlagworte der Gegenwart avanciert, fehlen weitgehend einheitliche Standards, die klare Definitionen und Einteilungen von Nachhaltigkeit ermöglichen würden. So bleiben Erklärungsmodelle oft unklar, die Interpretationsspielräume groß. Nachhaltigkeit, so das Vorwort weiter, sei zumindest „das Ergebnis einer Veränderung zum Positiven: Die Notwendigkeit, Probleme wie Umweltverschmutzung Ressourcenknappheit zu berücksichtigen ...“.

Auf den folgenden 350 Seiten werden 100 aktuelle Projekte aus den Bereichen Produktdesign, Architektur, Landschaftsgestaltung und Städtebau vorgestellt, die sich hinsichtlich Konzept, Umsetzung und Materialwahl den Herausforderungen von Klimawandel, Ressourcenverbrauch und Abfallverwertung stellen. Die Zollverein-Schule von SANAA beispielsweise nutzt Wasser aus einem alten Minenschacht als CO2-freie Wärmequelle und Isolierung und das Green Lighthouse ist Dänemarks erstes CO2-neutralens öffentliches Gebäude. Ein geräuschloses Gittersystem namens Ecooler übernimmt ohne Energieverbrauch die Funktion einer Klimaanlage und Windbelt ist ein Stab, der aus Windvibrationen Strom erzeugt.

Zusammengetragen wurden die vorgestellten Projekte von Fachleuten, Kritikern und Autoren aus Design und Architektur. Jeder Beitrag beginnt mit einer Zusammenfassung des Projektes, gefolgt von einer ausführlichen Projektbeschreibung und einer Reihe farbiger, großformatiger Abbildungen. Sie sind nicht nach den unterschiedlichen Fachbereichen geordnet, sondern alphabetisch, wodurch eine klare Zuordnung der Disziplinen etwas erschwert wird.  Am Ende des Buches werden kurze Biographien der Urhebers und eine URL angegeben, die es ermöglicht, zu dem ein oder anderen Projekt weitere Nachforschungen anzustellen.

Insgesamt gibt das Buch einen guten Überblick über nachhaltige Projekte unserer Alltagskultur und stellt ambitionierte Designer und Architekten vor, die sich in ihren Arbeiten einer nachhaltigen Zukunft stellen. Eine Antwort auf die anfängliche Frage nach dem „Was“ des nachhaltigen Designs hätte vielleicht durch die Einführung einer Nachhaltigkeits-Matrix angedacht werden können, die einzelne Aspekte zwischen den Projekten vergleichbar macht. Aber vielleicht war dies anhand der Unterschiedlichkeit und teilweise sehr individuellen Herausforderung der Arbeiten zu schwierig. Anregungen für neue Wege gibt das Buch allemal. Und wir freuen uns schon auf das nächste.

Wir verlosen 3 Exemplare des Buchs unter allen Teilnehmern, die sich im Oktober zum Wettbewerb anmelden: Jetzt mitmachen!

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